Widmers unterwegs

Samstag, 28. September 2024

Auf den Spuren von Vampiren und Werwölfen

Heute Morgen starten wir von unter der Bettdecke die Heizung im Camper; so geht das Aufstehen doch schon viel besser! Nach unserem fürstlichen Frühstück sind wir heute schon um 9 Uhr fertig und machen zuerst noch einen Spaziergang über unseren Campingplatz Salt Creek. Wir sind hier gleich am Meer, es ist rauh und wunderschön! Heute sehen wir die gegenüberliegende Küste von Vancouver Island auch viel besser als gestern.

Zurück beim Camper steigen wir ein und fahren um ca. 10 Uhr los, unser packendes Hörbuch von gestern läuft ungefähr den ganzen Tag (ausser in den Funklöchern, wir sind heute ziemlich in der Pampa unterwegs). Wir hören “Die Seiten der Welt”, danke Thi für deinen guten Tipp! Heute gehts auf der Olympic-Halbinsel den Küstenstrassen entlang. Wir halten immer mal wieder an einem schönen Strand an um ein paar Fotos zu machen und die Beine zu vertreten.

Um die Mittagszeit kommen wir La Push am offenen Pazifik an. Wer in seiner Teenagerzeit die Twilight-Saga gelesen hat, dem kommt dieser Ort bekannt vor. Auf dem Parkplatz am Strand von La Push parkieren wir unser mobiles Zuhause und kochen unser Mittagessen. Ziemlicher Luxus! Nichts wildes, ein paar Spiegeleier, Würstchen und Salat. Beim Anbraten der Würste auf dem Gasgrill schafft es Marco, den Rauchmelder auszulösen, aber mit kurzem Stosslüften ist die Verstickungsgefahr gebannt.

Wir geniessen also unser Mittagessen an der Wärme im Camper und schauen dem Treiben draussen zu; es hat hier Surfer in Neoprenanzügen und Kinder, die mitsamt ihren Kleidern in die Wellen rennen und klatschnass vor Freude quietschen (ist es so wohl wärmer als im Badeanzug?). Nach dem Essen spazieren wir auch hier noch etwas dem Strand entlang und bestaunen das viele Schwemmholz.

Ein Dorf weiter, in Forks, einem anderem Schauplatz von Twilight, hat es einen Outdoor-Laden und wir kaufen da: ein Wäschesäckchen für Feinwäsche, noch mehr Antirutschfolie (Marco bremst immer noch nicht vorsichtig genug), ein Teesieb und einen Feldstecher. All das kommt uns in der jetzigen Lage unheimlich nützlich vor!

Danach beschliessen wir, noch einen kurzen Umweg in den Hoh-Regenwald zu machen. Dieser ist Teil des Olympic National Parks. Wir erleben also den ersten Nationalpark mit Visitor Center und echten Rangern, die durch die Wälder stürmen, weil jemand irgendwo einen “Elk” gesehen hat (Achtung amerikanisches English Elk = Hirsch, Elch = Moose). Die Hirsche seien in dieser Jahreszeit aggressiv und hätten nichts auf den Parkwegen zu suchen. Simone versteht die Welt nicht mehr; da hat es überall Pumas und Bären, vor denen sich niemand zu fürchten scheint, aber irgendwie versetzt ein gewöhnlicher Hirsch alle in Aufruhr?!?

Der Wald ist wirklich mega eindrücklich mit all seinem Farn und Moos. Wir spazieren gleich zwei ausgeschilderte Rundwege ab.

Der letzte Punkt auf dem Plan für heute ist Ruby Beach; eigentlich einfach wieder ein anderer Strand, aber auch hier mit mega viel schönem Schwemmholz und mega mystisch, uns gefällts in der Abendstimmung!

Und so erleben wir unseren ersten Sonnenuntergang über dem offenen Pazifik.

Wir fahren nicht mehr weit und stellen uns auf den Kalaloch-Campingplatz, wo wir aber nur noch einen Stellplatz zum Rückwärtsparkieren im Wald finden; das ist dann Next Level zum Einlotsen und einfahren, denn man sieht überhaupt nichts im Dunkeln. Aber die Amis sind ja alle mega hilfsbereit und so stehen schon bald zwei Leute da, die uns tatkräftig beim Manövrieren mithelfen.