Grillplausch
Wir erwachen vom Vogelgezwitscher mitten in einem Wäldchen mit Blick auf den Snake River. Simone kommt heute Morgen nicht wirklich aus den Federn. Da trifft es sich gut, dass wir gar noch nicht viel geplant haben für heute. Sie schläft also noch etwas weiter, aber als es fein nach Frühstück zu duften beginnt, geht das Aufstehen plötzlich wie von allein :)
Wir beschliessen, den heutigen Tag ganz gemütlich zu gestalten. Wir drehen noch eine kleine Runde über unseren Campingplatz, bevor wir den Camper wieder reisefertig machen und losfahren. Als wir nach Alpine kommen und hier wieder Handynetz haben, stellen wir uns auf einen Parkplatz und laden den Blog hoch, senden ein paar Ferienfotos umher, telefonieren in die Schweiz und schliesslich stehen wir so lange auf diesem Parkplatz, dass wir beschliessen, gleich noch einen Zmittag zu essen. Anschliessend fahren wir gestärkt los zum Bear Lake. Der liegt etwa auf halben Weg nach Salt Lake City und wir haben dort einen Campingplatz gesehen, der uns passt. Wir fahren ca. zwei Stunden und kommen unterwegs in den Bundesstaat Utah hinein.
Nachdem wir auf dem Campingplatz eingecheckt haben (Frischwasser schon abgestellt, aber immerhin Strom und ein Abwasserloch) machen wir einen Abendspaziergang dem See entlang. Wir sind nun am südlichsten Punkt unserer bisherigen Reise, aber immer noch auf ca. 1800 müM. Es ist nicht gerade warm, aber schon etwas milder als die letzten Tage.
Zurück beim Camper wittern wir die Chance, endlich einmal den Grill einheizen zu können! Simone möchte ja möglichst unzählige Abende am Lagerfeuer mit feinen Köstlichekieten vom Grill erleben, aber bisher war es uns einfach immer zu kalt… Also packen wir Kugelgrill und Holzkohle aus und Marco versucht sich in der Abenddämmerung daran, ein warmes Feuer hinzubekommen, während Simone Kartoffeln in Alufolie vorbereitet, die man in die Glut werfen kann. Na ja, das mit der Glut ist aber nicht so einfach wie gedacht. Es windet und hat schon recht abgekühlt, und die Holzkohle direkt unter den Anzündwürfeln brennt zwar, nicht aber der Rest im Grill. (Wir hätten wohl doch die Holzkohle kaufen sollen, die mit Alkohol imprägniert ist. Wir dachten, das sei für ungeduldige Anfänger. Na ja. Scheint so, als wären wir die Anfänger…) Wir pusten, werfen mehr Anzündwürfen rein, legen den Deckel drauf, alles nützt nichts. Irgendwann reisst Marcos Geduldsfaden, er riecht schon wie ein Räucherknebel, und Simone übernimmt, denn Füürle war schon immer ihre Leidenschaft. Etwas Holz aus der Umgebung bringt schliesslich Abhilfe und die Flammen lodern! (Oder so, also immerhin war die Kohle mal ganz kurz fast flächig am glühen!) Inzwischen ist es stockdunkel geworden, wir verbringen gute neunzig Minuten vor dem “Feuer”, aber irgendwie hat das etwas meditatives, dass die Zeit nur so dahin fliegt. Schliesslich müssen die marinierten Plätzli noch auf den Rost, und dazu muss das Holz aus dem Grill, sonst geht das vom Platz her nicht auf. Das klappt alles ohne grosse Zwischenfälle, nur ist die Glut nicht mehr so warm wie sie sein sollte. Also braucht es vermeintlich nochmals viel Geduld. Na ja, im Licht der Lampe sahen die Plätzli am Schluss etwas gar ausgetrocknet aus, kürzer hätte wohl doch gereicht. Aber Grillieren war ja eigentlich nicht Simones Stärke, nur ein Feuer am Leben erhalten!
Nach knapp zwei Stunden haben wir uns das Nachtessen dann redlich verdient. Die Plätzli sind geschmacklich super und mit etwas Barbecue-Sauce auch genügend saftig und die Kartoffeln sind tatsächlich durchgegart. Wir sind recht zufrieden mit der ersten Grillaktion der Saison! Ein paar Details gibts noch zu optimieren, aber dazu werden wir in den kommenden Wochen hoffentlich noch die eine oder andere Gelegenheit haben!