Widmers unterwegs

Freitag, 18. Oktober 2024

Im Schnee

Wir schlafen tiptop auf dem Walmart-Parkplatz. Die gestrige Fahrt hat sich gelohnt, wir blicken heute Morgen rund um uns herum auf verschneite Hänge und Hügel. Bis ganz nach unten ist der Schee aber zum Glück nicht gekommen. Wir backen wieder einmal Gipfeli und geniessen unser gemütliches Frühstück, während um uns herum Autos parkieren, Menschen ihre Einkäufe einpacken, die Wägeli versorgen und dann wieder abfahren. Manchmal schreien Kinder, die nicht die Spielsachen bekommen haben, die sie gerne wollten, in einigen Autos bellen Hunde und unter den Autos hat es nicht etwa Spatzen und Krähen, sondern eine lustige Art Amsel, die einen Heidenkrach veranstaltet.

Wenn wir schon mal hier sind, gehen wir noch einkaufen und füllen unsere Vorräte wieder auf. Wie das so ist im Walmart, brauchen wir locker zwei Stunden für dieses Unterfangen. Dafür sind wir wieder gerüstet für die nächsten paar Tage und haben Simone noch eine neue Hose gekauft. Die alten passen bald nicht mehr, und das nicht nur, weil das Essen hier so nahrhaft ist ;) Benzin ist immer relativ günstig an den Walmart-Tankstellen, also füllen wir nochmals auf und dann fahren wir los.

Das grobe Ziel für heute ist Moab. Die reine Fahrzeit beträgt ca. vier Stunden, da trifft es sich gut, dass das Wetter heute immer noch nicht besonders schön ist. Wir fahren auf einer Landstrasse über Pässe, die leicht schneebedeckt sind und kommen mit der Zeit dann langsam in Ebenen mit eindrücklichen Canyon-Strukturen. Die Landschaft ist wunderschön unterwegs. Auf einer Passhöhe machen wir Mittagsrast und kochen Tortellini mit Tomatensauce. Draussen ist es bitterkalt und jemand hat hier einen Schneemann gebaut. Bis wir fertig sind mit Essen, wird er aber von der nächsten Gruppe rastender Jugendlicher demoliert, so dass Marco leider kein Bild davon machen kann.

Wir fahren weiter und kommen abends um ca. sechs Uhr in Moab an. Die Ankunft ist ein kurzer Schockmoment. Wir sind gerade stundenlang durch menschenleere Landschaft gefahren, aber als wir nach Moab hineinkommen, erschlagen uns die Menschenmassen fast. Es wimmelt nur so in jedem Restaurant und uns schwahnt, dass das heute schwierig wird, einen freien Campingplatz zu finden… Wir probieren es bei einem ersten Campingplatz in Dorfnähe (mit immerhin 140 Stellplätzen), natürlich alles ausgebucht. Auf dem Parkplatz davor beraten wir uns, wie wir weiter vorgehen. Dabei verstehen wir unser eigenes Wort fast nicht, denn rund um uns herum kommen scharenweise Quads von einer Sandpiste her auf diesem Parkplatz an, solche Off-Road-Fahrzeuge hat es hier tonneneise und ihre Motoren machen einen Heidenlärm! Für einen Moment kriegt Marco fast die Krise und er sieht schwarz. Moab gefällt ihm gar nicht, alles ist zum Bersten voll mit Touris.

Wir fahren etwas aus der Stadt heraus und fahren vier Plätze ab; alle fully booked. Nach knapp zwei Stunden sind wir bei den Fisher Towers, die wir morgen ansehen wollen und finden schliesslich abends um halb neun noch einen Campingplatz mit ein paar freien Stellplätzen. Er ist wunderschön ruhig gelegen und nachdem wir uns versichert haben, dass man hier wirklich nicht reservieren muss und dass dieser Platz heute Nacht wirklich frei ist, richten wir uns ein und Marco kocht uns eine feine Kürbissuppe zum Znacht (man kann hier pürierten Kürbis in der Dose kaufen, das wollten wir mal ausprobieren. War mega fein und vor allen super schnell fertig!). Danach fallen wir ziemlich sofort ins Bett, das viele Fahren und das Suchen am Abend haben uns sehr müde gemacht. Mal schauen, wie gut das morgen Abend klappt mit der Übernachtungsmöglichkeit! Übrigens kommt noch dazu, dass unser Gastank fast leer ist und das Wasser auch nicht mehr weit reicht, wir brauchen also wohl bald wieder einen richtigen Campingplatz mit Anschlüssen… Wir sind gespannt, ob wir das ohne Vorreservation hier in Moab finden oder wo es uns hin verschlägt morgen Abend…