Widmers unterwegs

Freitag, 25. Oktober 2024

Lake Powell

Die Sonne geht wegen der neuen Zeitzone heute bereits um sieben auf und mit ihr ist auch Simone wach. Rund um uns herum stehen ganz viele Camper auf dem Walmart-Parkplatz, von einkaufenden Kunden haben wir aber unsere Ruhe, diese parkieren näher beim Eingang. Simone schreibt noch ein bisschen am Bericht des gestrigen Tages, denn am Abend waren wir zu kaputt dafür, bis Marco auch langsam aufwacht. Wären wir nicht auf einem Parkplatz, würden wir draussen frühstücken! So aber öffnen wir einfach die Fenster und setzen uns an die Sonne. Nach dem Essen buchen wir einen Programmpunkt für den morgigen Tag und auch gleich den Campingplatz für morgen im Grand Canyon National Park, danach fahren wir los. Unser Camper hornt und heult, weil der Benzintank fast leer ist, aber er fährt uns brav noch drei Kilometer aus Page heraus zum Horseshoe Bend. Hier spazieren wir zum Aussichtspunkt auf diesen Mäander des Colorado-Rivers.

Simone hat es nach einem Blick gesehen, Marco bringt das Ganze ohne Weitwinkelobjektiv fast nicht auf ein Bild und zudem herrschen in der Mittagssonne keine optimalen Lichtverhältnisse. Wir wackeln also bald wieder im Besucherstrom zurück zum Camper und fahren zur nächsten Tankstelle, damit der Camper endlich Ruhe gibt.

Mit gefülltem Tank und sauberer Windschutzscheibe fahren wir zu einem Viewpoint, um das Wahrzeichen von Page anzuschauen, den Glen Canyon Dam. Page ist eigentlich eine Arbeiterstadt, die entstanden ist, als der grosse Staudamm gebaut wurde. Seit über sechzig Jahren wird hier mit Wasserkraft Strom für die Region produziert. Als hübscher Nebeneffekt ist hinter der Staumauer aus dem Colorado River der Lake Powell entstanden, ein verästelter Stausee, ca. 300km lang und ein Naherholungsgebiet für viele Amerikaner.

Wir bleiben ein Weilchen stehen und essen unser Mittagessen. Wir haben mal was neues ausprobiert und ein paar Bagel gekauft; das erinnert tatsächlich ganz entfernt an Brot und wir machen daraus Sandwiches. Dann fahren wir weiter zum Visitor Center des Staudamms, sehen uns die Ausstellung zum Aufbau und der heutigen Verwendung der Staumauer an und geniessen den Ausblick auf die daneben liegende Brücke.

Als wir genug Bildung genossen haben, gehts gemütlich weiter in Richtung Lake Powell. Der Stausee ist wegen Wassermangels schon seit Jahren nicht mehr voll, aber trotzdem schön blau.

Schliesslich finden wir am Nachmittag mitten in dieser National Recreation Area einen Campingplatz mit Seesicht und entschliessen uns, für heute Nacht hier zu bleiben. Wir sind für einmal um halb vier fast die ersten, die ihren Platz beziehen! Wir stellen unsere Campingstühle draussen an der Sonne auf und geniessen die Ruhe und die Aussicht. Die letzten fünf Tage haben wir einen Nationalpark nach dem anderen abgespult, wir brauchen mal ein bisschen Pause dazwischen!

Leider geht die Sonne bereits kurz nach 18 Uhr unter und wir verschieben deswegen nach drinnen. Dann kochen wir uns noch einen feinen Znacht und gehen bald ins Bett.