SeaWorld San Diego
Heute früh erwachen wir in einem Surferparadies. Wir inspizieren neugierig, wo wir gestern in der dunklen Nacht gelandet sind - und finden schöne Holztreppen bis hinunter zum Strand vor! Im Meer tummeln sich wieder unzählige Surfer und wir befinden, dass das hier schon wieder ein ganz toller Campingplatz ist!
Wir schliessen die Registrierung noch ganz ab und nach dem Frühstück streichen wir uns Sandwiches fürs Mittagessen. Dann gehts los, wir haben Pre-Black-Friday-Tickets fürs SeaWorld ergattert und stürzen uns heute zusammen mit all den Familien ins Getümmel! Als der 6-jährige Marco ein paar Monate in San Diego lebte, war er schwer beeindruckt von den Delphin- und Orca-Shows und der grösse Pinguin-Fan, den das SeaWorld je gesehen hat. Also gilt es heute, diese Kindheitsstationen nochmals abzuklappern und zu kucken, was sich alles verändert hat.
Wir fahren knappe zwanzig Minuten und finden einen halbleeren Parkplatz vor; das verspricht wenige Besucher! Beim Eingang haut uns der Parkplatzpreis einmal fast um; wir bezahlen tatsächlich 48 Dollar, um unseren Camper für den heutigen Tag hier abzustellen! Zähneknirschend rücken wir das Geld heraus; um woanders zu parkieren und mit dem Bus zu kommen, ist uns die Zeit zu schade. Als nächstes lesen wir auf der Parkplatzquittung, dass mitgebrachtes Essen im Park nicht konsumiert werden darf. Um zu vermeiden, dass unsere Sandwiches die Eingangskontrolle nicht überstehen und im Müll landen, bleiben sie lieber im Kühlschrank und wir lassen uns auf den Kommerz ein (im 2000 gab es übrigens ein Picknick-Zelt, wo jeder seine mitgebrachten Fressalien ganz legal und im Frieden konsumieren durfte). Durch den Sicherheitscheck sind wir schnell durch und als wir all die Familien mit ihren vollgepackten Kinderwagen sehen, dämmert uns, dass diese Regel wohl nicht sehr rigoros durchgesetzt wird…
Als wir im Park drin sind, findet gleich eine Seelöwen-Show statt und da wir diese Tiere auf unserer Reise schon einige Male angetroffen haben, wollen wir uns das natürlich ansehen. Es beeindruckt uns, wie gut sie dressiert sind! Sie können auf Kommando brüllen, alle möglichen Gesten mit ihren Flossen machen, auf den Vorderflossen gehen und natürlich elegant aus dem Wasser springen.
Gleich im Anschluss liefern uns die Delfine mit ihren Trainern die nächste Show. Zu Marcos Freude wird im Vorprogramm immer noch der “Soak Song” gespielt, um das Publikum in den ersten paar Reihen vorzuwarnen (“It’s a 50-50 bet, that you’ll get 100% - WET!”). Und wir lachen herzhaft, als die besungenen Besucher tatsächlich wie begossene Pudel dasitzen, nachdem die Tiere mit ihren Flossen ganze Flutwellen und Fontänen in ihre Richtung geschleudert haben! Die Delfine können ca. 300 Kommandos und zeigen uns während der Show einige davon. Wie schon beim letzten Delfintreffen im Aquarium in Genua ist Simone völlig verzaubert und ergriffen von diesen Tieren. Zum Glück gibt es am späteren Nachmittag gleich nochmals eine Show!
Auch ausserhalb der Show beobachten wir, wie die Delfine mit ihren Trainern zusammen spielen. Sie scheinen hier sehr viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Der Belohnungs-Fischkessel ist dabei immer im Anschlag.
Als auch uns der Magen knurrt, suchen wir uns ein Mittagessen. Das gestaltet sich aber schwierig, die Auswahl zwischen Hamburger mit Pommes, Hot Dog oder Pizza entspricht nicht ganz unserer Vorstellung; unsere Sandwiches würden uns jetzt viel mehr gluschten! Schliesslich gibts ein Stück Salamipizza und einen Cesar Salad (wieder mit Parmesan drauf, das scheint sich in ganz Amerika so zu gehören) und wir freuen uns schon aufs Glacé, kaum sind wir fertig.
Am Nachmittag schauen wir uns in Ruhe noch die anderen Tiere an, die es hier hat. Wir rollen auf dem Förderband durch den Haitunnel, staunen über Walross, Belugawal, Otter, riesige Meeresschildkröten und schauen, natürlich, noch bei den Pinguinen vorbei. Marco kann die sieben verschiedenen Arten nicht mehr ganz so gut auseinanderhalten wie früher, aber sie ringen ihm immer noch leuchtende Augen ab.
Zwischen all den Tiergehegen sind in der Zwischenzeit noch einige Vergnügungsparkbahnen hinzugekommen, die heute ohne Anstehen besuchbar wären; allerdings sind die nichts für uns Schisshasen, wir sind wegen der Tiere hier!
Um vier Uhr schauen wir uns die Orca-Show an, die von einer grossen Videoleinwand ergänzt wird. Auch hier werden die Zuschauer in den vorderen Reihen gehörig nass.
Gleich im Anschluss geht es noch zur letzten Delfin-Show des Tages. Diese ist ganz anders als beim ersten Mal, auch während den Shows scheinen die Tiere gut beschäftigt zu werden mit abwechslungsreichen Übungen. Unser Fazit: die Tier-Shows lohnen sich definitiv, wir sind begeistert und haben den Eindruck, dass es den Tieren auch richtig Spass macht, hier mitzuwirken.
Da es gegen fünf bereits eindunkelt, verlassen wir den Park und fahren kurz bis auf den Campingplatz, der hier gleich in der Mission Bay liegt. Hier bleiben wir zwei Nächte und haben wieder einmal Full-Hookup (nachdem per Golf-Wägeli ein passendes Verlängserungskabel geliefert wurde). Also nutzen wir den Backofen fürs Nachtessen und geniessen einen ruhigen und erholsamen Abend.