Universal Studios
Zum Abschluss haben wir wieder einen ruhigen Campingplatz erwischt und es schläft sich herrlich hier! Am Morgen erwartet uns wunderbares Wetter. Wir frühstücken, was seit etwa zwei Tagen nicht mehr ganz so Gourmet-mässig zu und her geht wie auch schon. Das Nutella und die Konfitüre sind schon leer und das feine Müesli ist auch aufgebraucht. Wir toasten das letzte Toastbrot (immerhin naht der Wechsel auf richtig gutes Brot in grossen Schritten, ein grosser Trost!) und essen es relativ trocken mit etwas Honig (ach ja, Butter ist auch alle) und den letzten Scheiben Scheiblettenkäse. Dazu gibts immerhin noch frische Früchte und feinen Schwarztee.
Als wir angezogen und eingecremt sind, spazieren wir los über den Campingplatz zum Eingang und buchen uns ein Uber (das sei die beste Möglichkeit, hier zu reisen, steht auf dem Flyer des Campingplatzes). Der Fahrer kommt kurz darauf an, wir steigen ein und werden feudal die halbe Stunde durch den obligaten Stau auf der Autobahn zu den Universal Studios chauffiert. Wir stellen fest, dass in einem Auto ein ganz anderes Fahrgefühl herrscht als in unserem Camper, wir schlängeln uns elegant durch den Verkehr und das Fahrgeräusch ist erst noch richtig angenehm! Simone hat Freude, dass wir uns endlich einmal den Luxus eines Taxis gönnen; fast sieben Jahre sind wir nun schon gemeinsam unterwegs, und heute sitzen wir das erste Mal zusammen in einem Taxi! Der Uber kostet uns übrigens etwa so viel wie das Tagesparking, das wir hiermit sparen :)
Wir werden praktischerweise gerade beim Parkeingang ausgeladen. Dieser hat um zehn Uhr seine Tore geöffnet und wir stehen um 10:10 Uhr an der Sicherheitskontrolle; gutes Timing! Wir zeigen unsere vorgebuchten Tickets und dann sind wir drin im Park.
Irgendwie kommt etwas Europaparkfeeling auf, als wir die Musik hören und uns überall verkleidete Filmfiguren begegnen! Wir treffen Shrek und Fiona, Dracula, zwei Transformers und noch ein paar andere, die wir gar nicht erkennen. Wir gönnen uns einen Cappuccino und einen Orangensaft und starten zuerst im Harry-Potter-Universum (eigentlich Warner-Bros-Filme, aber Universal hat scheinbar die Lizenz, um eine ganze Ecke des Parks der magischen Welt zu widmen). Hier findet man ein nachgebautes Hogsmeade mit haufenweise Zauberwelt-Läden: bei Olivander’s kann man (Plastik-)Zauberstäbe kaufen, im Eulengeschäft gibt es (Plüsch-)Briefeulen und überall gurrt und pfeift es und die Eulen drehen ihre Köpfe so weit herum wie echte.
Wir besuchen die Hauptattraktion, einen Flug auf einer Achterbahn auf einem Besen zusammen mit Harry und seinen Freunden. Ein bisschen düster ist das Ganze und Simone ist danach natürlich gehörig übel, also gehen wir lieber etwas zu Fuss weiter und sehen uns alle Ecken dieses Teils des Themenparks an, inklusive dem nachgebauten Hogwarts-Schloss.
Den Rest des Morgens verbringen wir in der Ecke, in der alles zum Thema Minions dekoriert ist. Wir schnappen uns dann vor dem grossen Ansturm einen Feta-Spinatstrudel zum Zmittag (das Essensangebot überzeugt hier um einiges mehr als im SeaWorld) und sehen uns um 12:15 Uhr die Waterworld-Show an. Es handelt sich um eine Stunt-Show ohne sinnvollen Handlungsfaden, aber mit gut simulierten Schiessereien, Stunts aus höchster Höhe ins Wasser und durch die Gegend fliegenden Booten und Flugzeugen, Feuerwerk, mittelgrossen Explosionen und Feuerwänden. Natürlich gibts auch hier wieder eine Wet-Zone wo man gehörig nass wird. Das Konzept funktioniert, um allgemeine Freude auszulösen. Marco gefällts. Simone schüttelt nur den Kopf ab so viel unnötigem Geballer; nur die Köpfler aus zehn Metern Höhe haben sie beeindruckt.
Als die Show fertig ist, sehen wir zu, wie alles zurück auf Position gebracht wird, neues Schiesspulver verteilt wird und das Flugzeug mit dem Kran wieder aus dem Wasser gezogen wird; die Show findet drei Mal täglich statt, dazwischen brauchen sie die Zeit, um den Ausgangszustand wieder herzustellen. Was die hier nicht alles veranstalten, um uns zu unterhalten!
Als nächstes stellen wir uns zehn Minuten in die Schlange, um die Studio-Tour zu besuchen (wir müssen übrigens nirgends lange anstehen, wir sind wieder einmal in der Nebensaison zu Besuch). Hier fahren wir in einem Büssli (“Tram”) an den Filmset-Hallen vorbei, in denen irgendwelche amerikanische Ferhsehserien gedreht werden. Dann geht die Fahrt an Outdoor-Filmsets vorbei, wo z.B. die Serie Desperate Housewives gedreht wurde. Dann fahren wir noch in eine Halle, wo wir mit 3D-Brillen ausgestattet in einen Streit zwischen Dinosauriern und King Kong geraten und samt Tour-Büssli heftig durchgeschüttelt werden. Natürlich erschrecken sie uns noch mit einem weissen Hai, als wir an einem Tümpel vorbeikommen und kurz darauf werden wir fast von einem simulierten Unwetter fortgeschwemmt.
Die Fahrt dauert etwas mehr als eine Stunde, dann sind wir zurück am Ausgangpunkt und wieder zu Fuss durch den Park unterwegs. Vorbei an einer riesig grossen Achterbahn im Bau, die erst 2026 eröffnet wird, begeben wir uns über vier lange Rolltreppen in den unteren Teil des Parks. Im Jurassic Park versucht gerade eine Wärterin, den Veliciraptor dazu zu bringen, nicht die Leute zu fressen, die mit ihm ein Foto machen wollen.
Daneben hat es einen Parkteil zum Thema Super Mario (was auch immer das mit Filmen zu tun hat?). Hier treffen wir auf einen mannsgrossen Mario und einen Luigi, überall läuft Musik aus dem Gameboy-Spiel und wir stellen uns für die Bahn an. Man erhält Brillen mit einem Bildschirm drin und fährt auf der Mario-Kart-Bahn ein Rennen mit Team Mario und muss unterwegs die Mitglieder von Team Bowser besiegen, richtig lenken um alle Kurven zu kriegen und Münzen sammeln. Die vielen Übungsstunden, die Simone mit Nicole zusammen als Kind Mario Kart gespielt hat, zahlen sich aus, sie schliesst ziemlich gut ab! Jedenfalls besser als Marco, der bis am Ende weder die Steuerung noch das Ziel des Spiels versteht…
Marco gönnt sich noch eine kurze Fahrt auf der Transformers-Bahn. Wie bei praktisch allen Bahnen hier ist es ein wilder Ritt auf einem wackelnden Stuhl, bei dem man abwechslungsweise unter lautem Getöse angegriffen wird, stark beschleunigt oder über eine Klippe hinunterstürzt. Der einzige Unterschied zwischen den verschiedenen “Rides” ist dabei, durch welches Fantasie-Universum man geschleudert wird, wie stark der Stuhl wackelt, ob vier, zwölf oder hundert Stühle zusammen wackeln, und welche Technologie für den 3D-Effekt eingesetzt wird. Trotzdem ist das Ganze natürlich sehr unterhaltsam.
Simone darf im Gegenzug ein Glace aussuchen und durch den Souvenir-Shop stöbern. Danach machen wir uns langsam auf den Heimweg. Statt eines Ubers nehmen wir dieses Mal die Metro, dann den Bus und dann laufen wir noch drei Kilometer bis zurück zum Campingplatz. Vier Mal günstiger, aber es dauert dafür auch vier Mal länger als mit dem Auto. Aber wir haben ja Zeit und ein Spaziergang tut uns noch gut, um das Erlebte zu besprechen.
Zurück im Camper kochen wir unsere Henkersmahlzeit und beginnen parallel damit, weiter zu packen. Zuerst meint Marco, es hätte längstens alles in zwei unserer drei Koffer platz. Aber dann wird er immer stiller und spielt konzentriert Tetris mit all unseren Siebensachen. Simones vier verschiedene Necessaires helfen nicht gerade. Aber auch für diese findet er schlussendlich ein Plätzchen. Um halb elf sind wir mit dem gröbsten durch und recht zufrieden. Es sollte aufgehen, dass wir morgen um ca. neun Uhr den Camper ausgeräumt und herausgebeselt zurückbringen können.
Morgen Mittwoch Abend fliegen wir dann um 19:10 (Schweizer Zeit Donnerstag 4:10) los und sollten nach Flugplan um 15:15 am Donnerstag in Zürich landen, unsere Flugnummer lautet LX41. Somit ist alles vorbereitet und wir können ganz entspannt die letzte Nacht in unserem fahrenden Zuhause geniessen.